Motherhood Paris-Style

Als Neu-Mama hast du viele Struggles, weil du mit der neuen Situation und den großen Veränderungen erstmal klarkommen musst. Und dann kommen meist Vergleiche, Meinungen oder sonstiges dazu. Heute teile ich einen meiner größten Struggle: Unser Kinderwagen.

Während der Schwangerschaft dachte ich noch, dass wir keinen brauchen. Eine meiner engsten Freundinnen hat mir dann ihren reisebuggy geschickt einen Yoyo. Auf EBay Kleinanzeigen habe ich den neugeborenen Einsatz entdeckt und Zack hatten wir einen kleinen handlichen Kinderwagen perfekt für unsere Bedürfnisse. ABER er war halt klein und kein Bugaboo wie ihn die meisten in Berlin Mitte haben.

Bei vielen Spaziergang hatte ich das Gefühl nicht das Beste für mein Kind zu wollen, denn wir hatten nur diesen geschenkten Kinderwagen dessen Einsatz ich auch noch günstig gekauft hatte. Viel kleiner als die üblichen und nicht so gut gefedert. Natürlich gab es auch Familienseitig Blicke dafür.

Er passte aber perfekt in unseren Wohnungseingang, war für unsere täglichen Gymausflüge optimal zusammenklappbar und ich war eigentlich super happy. Wenn da nicht der Kopf gewesen wäre.

Und so bekam mein sonst sehr stabiles Mutter-Dasein immer wieder einen Knick. “Machen wir das richtig mit dem Kinderwagen”, “sind wir geizig”, “hätten wir nicht auch so ein Riesenbugaboo kaufen sollen”, “gehöre ich dazu”, “reden die überhaupt mit mir”, usw. Bad Self-Talk vom feinsten. Instagram hilft da nur bedingt. Nach 6 Monaten war es dann egal, denn wir wechselten vom Liegesitz zum Buggy. Keine doofen Blicke mehr. Aber dennoch hat es mich nie ganz losgelassen.

Am Wochenende waren wir in Paris und ÜBERALL waren Yoyo’s. Mit den Neugeborenen-Einsätzen. Keine  riesigen Kinderwägen. Die haben in Paris auch definitiv nirgends Platz. Und an Fahrstühlen mangelt es auch - happy to do Krafttraining.

Turns out ich war in dieser Phase einfach nur am falschen Ort. Und es hätte definitiv weniger Gedanken gegeben, hätte ich gewusst, dass das der Pariser Standard ist. Instead of Unzulänglichkeit - Motherhood in Paris-Style. Ein Boost statt ein Downer.

Und nun zur Moral der Geschichte: Egal wie sehr wir versuchen uns nicht zu vergleichen oder Fehler in unserer Mutterrolle zu suchen, es werden immer irgendwelche Gedanken aufkommen. Vielleicht hilft es sich mal bei anderen Kulturen umzuschauen und manchmal trifft man dort die Mom-Gang, die man braucht und das Gefühl in einem Punkt dazuzugehören. So wie ich nun nicht mehr sage werde: “wir hatten nur so nen kleinen Yo-Yo” sondern “wir haben es gemacht wie die Pariser Familien”.

Und ja es mag banal klingen sich wegen einem Kinderwagen solche Gedanken zu machen, aber aus Banalitäten kann auch schnell fehlender Selbstwert und Selbstvertrauen entstehen und das bringt uns langfristig in die Bredouille, vor allem beim Longlife Marathon Mutterschaft.

Schön, dass das Thema nun bei mir heilen durfte und wir ein bisschen Motherhood à la Paris leben.

Vielleicht hilft dir ja ein Blick woanders hin, um ein Mom-Struggle auszuheilen.

Weiter
Weiter

Kleine Impulse - Vielleicht große Wirkung